Normung

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Nọr|mung 〈f. 20das Normen, Festlegen als Norm od. nach einer Norm; Sy Normierung

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Nọr|mung, die; -, -en (Fachspr.):
a) das Normen;
b) das Genormtsein.

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I
Normung
 
(Standardisierung), die planmäßige, durch interessierte Kreise gemeinschaftlich durchgeführte einheitliche Festlegung von Begriffen, Kennzeichen, Messtechniken und Produkteigenschaften durch Normen. So werden Rationalisierung und Qualitätssicherung, Informationsaustausch sowie Verbraucher- und Arbeitsschutz gefördert. Normen (Standards) enthalten eine dem Stand der Technik entsprechende optimale Lösung von gleichartigen Aufgaben; sie müssen daher regelmäßig überprüft und ggf. der technischen Weiterentwicklung angepasst werden.
 
In Deutschland ist für die Normung das DIN zuständig, teils mit Zuarbeit weiterer Institutionen wie VDE und VDI. Alle Länder, die Normen erarbeiten, sind in der International Organization for Standardization (ISO) zusammengeschlossen, die zusammen mit der International Electrotechnical Commission (IEC) das System internationaler Normung bildet.
II
Nọrmung,
 
planmäßige, durch interessierte Kreise gemeinschaftlich durchgeführte einheitliche Festlegung (Norm) von Begriffen, Kennzeichen, Messtechniken sowie produkt- oder materialspezifische Eigenschaften (Qualität, Abmessung, Form, Farbe, Rezeptur, technische Leistungsparameter). Normung fördert die Rationalisierung und Qualitätssicherung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Verwaltung, dient einer sinnvollen Ordnung und der Information auf dem jeweiligen Normungsgebiet, schafft Klarheit zwischen Lieferanten und Kunden, erleichtert Konstruktion, Fertigung und Instandhaltung, trägt zur Verständigung in Wissenschaft und Technik bei und setzt Maßstäbe für Sicherheit. Weiterhin soll die Normung auch die Entwicklung und Humanisierung der Technik fördern, daher haben v. a. Normen in den Bereichen Umwelt-, Verbraucher-, Arbeits-, Unfall- und Datenschutz in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.
 
In Deutschland wird die Normungsarbeit von Arbeitsausschüssen durchgeführt, die in Normenausschüssen des DIN Deutschen Instituts für Normung e. V. zusammengefasst sind. Alle Normungsvorhaben und Normenentwürfe werden veröffentlicht, um eine Möglichkeit zum Einspruch zu geben. Außerdem werden die Entwürfe daraufhin überprüft, ob die Regeln und Grundsätze der Normungsarbeit eingehalten wurden und der Inhalt nicht im Widerspruch zu bereits vorhandenen Normen steht. Die Ergebnisse (DIN-Normen) werden unter dem Zeichen DIN herausgegeben und als Normen in das »Deutsche Normenwerk« aufgenommen. Die Zahl der DIN-Normen beträgt rd. 20 000, die der Allgemeinheit als unverbindliche Empfehlungen zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung stehen. Spätestens alle fünf Jahre muss überprüft werden, ob eine DIN-Norm noch dem Stand der Technik unter dem Gesichtspunkt neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie den wirtschaftlichen Gegebenheiten entspricht. Gegebenenfalls muss sie überarbeitet oder zurückgezogen werden. DIN-Normen enthalten im Wesentlichen Begriffsbestimmungen, Benennungen, Baugrundsätze, Berechnungsunterlagen, Einheiten, Formelgrößen, Formen und Abmessungen, Sicherheitsgrundsätze, Güte- und Lieferbedingungen, Kennzeichnungen, Eigenschaften und Zusammensetzungen von Stoffen, Verfahren zum Messen und Prüfen, Gebrauchstauglichkeit von Waren, Bildzeichen sowie Verpackungsregeln. Grundlage der Normungsarbeit ist die Norm DIN 820, die Grundsätze, Geschäftsgang und Gestaltung von Normen behandelt. Für Lehre und Praxis sind Normen für verschiedene Fachbereiche in DIN-Taschenbüchern zusammengefasst. Normen werden auch in elektronisch verarbeitbarer Form zur Verfügung gestellt.
 
Die nationale Normungsarbeit wird teils unterstützt von Regelwerken anderer Institutionen (z. B. VDI, VDE), teils ergänzt oder für den eigenen Gebrauch geringfügig abgeändert von Werknormen. Alle Länder, die Normen aufstellen, sind zusammengeschlossen in der International Organization for Standardization (ISO), die zusammen mit der International Electrotechnical Commission (IEC) das System internationaler Normung darstellt. In Europa bilden das Europäische Komitee für Normung (CEN, Comité Européen de Normalisation) und das Europäische Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC, Comité Européen de Normalisation Electrotechnique) die Gemeinsame Europäische Normeninstitution; ihre Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute der EU-Staaten und der EFTA-Staaten. Internationale Normen können unverändert (DIN-ISO-Norm, DIN-IEC-Norm), modifiziert oder nur teilweise in das deutsche Normenwerk übernommen werden, Europäische Normen (DIN-EN) müssen dagegen unverändert übernommen werden.
 
 
W. Niedziella: Wie funktioniert N.? Eine Einf. in die nat. (DIN/DKE), europ. (CENELEC) und internat. (IEC) elektrotechn. N.(2000).
 M. Klein: Einf. in die DIN-Normen (132001).

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Nọr|mung, die; -, -en (Fachspr.): a) das Normen: der Ausschuss befasst sich mit der N. von Termini, von Maschinenteilen; b) das Genormtsein: die N. solcher Teile erleichtert die Beschaffung von Ersatz erheblich.

Universal-Lexikon. 2012.

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